Bergdörfer und omanische Gastfreundschaft
Die „Grünen Berge“ – Jebel Akhdar – waren heute unser erstes Ziel. Streng kontrolliert (nur 4WD -Autos sind erlaubt) ging es auf sehr guter Straße, aber Kurve an Kurve, immer höher in die Bergwelt hinauf. Die Blicke einzufangen war schwierig, die Sonne war unser Begleiter, sorgte für Spiegelungen und das Ziel war weit. Dann aber hatten wir auf 2100 m Höhe den Eingang zu „Old Village“ erreicht. Die Ansiedlungen waren bis 1967 noch bewohnt, ehe sich die Menschen oberhalb der Schlucht eine moderne Siedlung errichtet haben. Steil und steinig – Renate musste aufgeben – ging es bis zu der ersten der verlassenen Siedlungen. Steil am Berg gelegen muss das Leben unter diesen Bedingungen hart gewesen sein. Etwas weiter weg liegt eine weitere, zu besichtigende Siedlung, der wir nur ein Foto aus der Entfernung gewidmet haben. Zurück am „Ortsausgang“ war es dann nur eine kurze Fahrt bis zum nächsten Höhepunkt. Das kleine Bergdorf Al Ayn liegt mit seinen Terrassenfeldern an einem Berghang. Berühmt ist der Anbau der Rosen, die voll erblüht zur Gewinnung von Rosenwasser verarbeitet werden. Aber auch anderes wird auf den Flächen kultiviert. Unser Weg führte durch den Ort, vorbei an schön gestalteten Haustüren, und wir setzten unsere Wanderung an den Feldern entlang fort. Leider ohne Renate, denn der „Weg“ führte als schmale Begrenzung der Fajal (Bewässerungskanäle) rund um die Felder. Nichts für Nicht-Schwindelfreie! Hatten wir bis dahin schon immer wieder tolle Blicke eingefangen, so war jetzt der Blick atemberaubend. Ob nach rechts, nach links oder geradeaus, überall wahrhaft Traumblicke! Dass da der eine oder andere Tourist auch mal warten musste, bis die Kamera wieder aus war, versteht sich doch von selbst. Ein kurzes Stück mit dem Auto – dann die nächste Überraschung. Auf dem Plateau über AL Ayn sind Versteinerungen zu finden: Fische, Kleine Haie, eine Schildkröte. Dieses Bergmassiv stand irgendwann unter Wasser. Kaum vorstellbar!
Auf dem Weg zurück gab es einen kleinen Stopp am Fajal Al-Khatmeen. Dieser Bewässerungskanal existiert seit 2000 Jahren, ist 2450 m lang und gehört zum Weltkulturerbe. Dann aber war es Zeit für einen Lunch. Wo? Eingeladen von Mohammed in sein Haus waren wir sehr gespannt auch seine Frau kennenzulernen. Was wir kennengelernt haben war omanische Gastfreundschaft in einer Großfamilie. Freundliche Begrüßung von immer mehr dazu kommenden Frauen und Mädchen, Knaben und Männern. Andreas wurde zu den Männern begleitet. Karin, Renate und ich fanden uns dann in trauter Runde mit etwa 14 anderen Frauen und Mädchen in einem großen Raum wieder. Neugierig beäugten wir uns gegenseitig. Dann wurden auf die am Boden ausgebreiteten Folien in großen Gefäßen Reis, Huhn und Gemüse gestellt. Dazu gab es für uns Teller sowie Löffel und Gabel. Zum Schluss habe ich es wie alle anderen gemacht und die Finger benutzt. Obst, Datteln und omanischer Kaffee waren der Abschluss, ehe das allgemeine gegenseitige Fragen begann. Dann aber war es Zeit zum Aufbruch. Abdullah, der jüngste Sohn, ließ es sich nicht entgehen, schnell noch eine Fahrt nach Nizwa mitzukommen.
Morgen geht es auf zu neuem Staunen über dieses Land!
Beate

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